Die Einführung des Fütterns - oder des Abstillens - ist ein großer Meilenstein im Leben einer jeden Familie. Plötzlich ändert sich der Rhythmus im Haushalt, neue Routinen und Fragen tauchen auf. Was, wann und wie soll man füttern? Um diesen Prozess so einfach wie möglich zu gestalten, haben wir uns mit der Kinderernährungswissenschaftlerin und Autorin des Kochbuchs Der leckere Benedikt Denisa Stránská zusammengetan. Sie hat für uns aufgeschrieben, welche Fehler sie beim Abstillen vermeidet - und welche Ihnen helfen können, diese Zeit mit mehr Ruhe und Zuversicht zu erleben.
1/ Die Entwöhnung beginnt nicht damit, dem Baby Nahrung zu geben. Es ist ein Prozess, der vorausgeht.
Der Darm eines Babys kann sich bereits auf den Essvorgang vorbereiten, etwa zwei Monate bevor es zum ersten Mal Nahrung zu sich nimmt. Das ist unglaublich förderlich für ihn. Es wird mit den Werkzeugen vertraut, die es später bei den Mahlzeiten benutzt, es lernt, dass Essen Spaß macht, und es lernt, seine Kaumuskeln zu benutzen! Zwei Monate lang gab ich meiner Tochter vor Beginn der Mahlzeiten Lebertran aus Florenz als erste Zutat, mit der ihr Immunsystem und ihre Verdauung vertraut wurden. Außerdem haben wir ihre Zungenbewegungen mit einer speziellen Massage trainiert, um das Kauen zu fördern. Das war sehr hilfreich, um später ganze Stücke zu essen.
2/ Ich gebe keine Portionsgröße vor
Ich respektiere das Sättigungsgefühl meines Babys voll und ganz, ohne mich in irgendeiner Weise in die Portionsgröße einzumischen. Ich lege mehr Essen auf den Teller, damit meine Tochter auch mit ihrem Essen "malen" kann, aber die Anzahl der Bissen, die sie in den Mund nimmt, wird von den ersten Tagen der Entwöhnung an vollständig von ihr geregelt.
3/ Ich mache keinen Stress
Mein erstgeborener Sohn Benedict war für mich eine große Schule der Beikostentwöhnung. Ich habe gelernt, dass der Stress, nicht zu essen, mein eigenes Gefühl ist, was ich denke, und dass ich mich damit selbst stresst. Als ich verstand, dass sie, obwohl sie nur einen Löffel isst, belastbarer und gesünder ist als Babys, die ganze Schüsseln essen, bestätigte sich, was in der Welt schon lange bewiesen ist. Es kommt auf die Qualität und nicht auf die Quantität an.
4/ Bis zum ersten Lebensjahr ist Essen ein Spaß für das Baby und keine ausschließliche Nahrungsquelle
Muttermilch oder Säuglingsnahrung ist im ersten Lebensjahr die wichtigste Nahrungsquelle für ein Baby. Sie sollte immer über dem Essen stehen, sowohl in der Reihenfolge und Häufigkeit während des Tages, als auch in der Menge. Die Nahrung dient in erster Linie dazu, Allergene kennen zu lernen und Techniken für das Essen und die Verarbeitung der Nahrung im Mund zu erlernen.
Jedes Baby ist einzigartig und so ist auch der Weg, den es zur Nahrung findet. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Kind vertrauen, sich nicht scheuen, das Tempo zu drosseln und den Prozess als gemeinsame Entdeckung einer neuen Welt von Geschmäckern und Fähigkeiten betrachten. Bei der Entwöhnung geht es nicht nur um Nahrung, sondern auch um Beziehung, Kommunikation und Respekt. Beim Essen, wie auch im Leben, gibt es keine Eile - Vertrauen und Geduld sind die wichtigsten Zutaten.